Tomaszów Mazowiecki – lc0009

Die Stadt liegt 110 km südlich von Warschau und 55 km südöstlich von Łódź. Sie liegt an der E 67, die Warschau mit Prag verbindet. Weder im Sinne der historischen Landschaften Polens noch im Sinne des gegenwärtigen Zuschnitts der Woiwodschaften liegt sie in Masowien


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Koordinaten: 51.53477432567236, 20.008140299187158


Informationen

Eine Siedlung an der Stelle des heutigen Tomaszów Mazowiecki wurde 1788 durch den Grafen Tomasz Ostrowski gegründet, als hier Eisenerz gefunden wurde. In seinem Palast ist heute das städtische Museum untergebracht. 1789 wurde die Siedlung als Kuźnice Tomaszowskie bezeichnet. 1824 erhielt der Ort den Status als Handels- und Industriesiedlung. Das Stadtrecht erhielt der Ort am 6. Juli 1830 als Tomaszów Mazowiecki. In der Zeit Kongresspolens gehörte die Stadt seit 1867 zum Gouvernement Petrokow. Der Anschluss an das Schienennetz erfolgte 1885. Der Ort war einer der wichtigsten Textilproduktionsstandorte neben Łódź.

Wir drehen das Rad der Geschichte zurück bis in das Jahr 1788, als Graf Tomasz Ostrowski eine kleine Siedlung gründen ließ, um Eisenerz abbauen zu lassen. Kuźnice Tomaszowskie erlangte am 6. Juli 1830 das Stadtrecht und nannte sich fortan Tomaszów Mazowiecki, heute Woiwodschaft Łódź, in Polen.

Kurz darauf, im Jahre 1797, erfolgte die Ansiedlung Deutscher in Laczkowice. Etwa zeitgleich entstand die Kolonie Maksymow. Die Kolonien Wykno, Heimatort meiner Vorfahren, Ciosny und Lipkianki folgten im Jahr 1818.

Pastor Johann Jakob Benni aus Petrikau gab am 28. November 1830 während des Gottesdienstes die Gründung der Kirchgemeinde Tomaschow bekannt. Von 1863 bis 1878 gehörten die Dörfer Konstantynow, Blogie, Skorkowek, Opoczno und Feliksow, die östlich des Flußes Pilica lagen, der Filiale Wielka-Wola an. Mit dem Ende der Eigenständigkeit dieser Filiale wurden die Gemeinden an das Kirchspiel Tomaschow angegliedert. Zum Kirchspiel gehörten Blogie, Ciosny, Feliksow, Helenow, Konstantynow, Laczkowice, Lipianki, Maksymow, Olszewice, Opoczno, Skorkowek, Syski, Ujazd, Walentynow und Wykno. Ein Teil der Siedlungen wurden wüst, als die deutsch-evangelischen Bauern ihre Wirtschaften verkauften und in das Lubliner Land und nach Wolhynien abwanderten.

Die Ansiedlung von Kolonisten war seit der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt im Jahre 1806 praktisch zum Erliegen gekommen, als Preußen vernichtend geschlagen wurde. Der Staat verlor seine linkselbischen Gebiete, sowie die Gebiete aus der zweiten und dritten polnischen Teilung. Die Kolonien wurden nicht mehr von Berlin verwaltet, sondern von Warschau, Hauptstadt des 1807 entstandenen Herzogtums, die Württemberger erhielten daher im selben Jahr ein Auswanderungsverbot.

Im Januar 1809 rückte die Region um Inowłódz1 in das Blickfeld des russischen Zaren Alexander I. Er beauftragte Titularrat Spiegelberg, zuständig für die Kolonisten in Wolhynien, das Entsenden der von ihm ausgewählten Kolonisten aus dem Bezirk Inowłódz im damaligen Preußisch Polen zu organisieren. Hier am Fluß Pilica, ehemals die Grenze zwischen Preußen und Österreich, war die Bevölkerung der Verwüstungen durch die Feldzüge überdrüssig und setzte alle Hoffnungen auf eine Übersiedlung in neue Kolonien bei Sankt Petersburg. Die Übersiedlung in Richtung Oranienbaum wurde für viele die Flucht vor dem Weichselfeldzug, welcher am 15. April 1809 begann.

Quelle: https://www.deutsche-kolonisten.de © Jutta Rzadkowski

Vor dem Ersten Weltkrieg lebten dort 40.000 Menschen. Eines der Wahrzeichen der Stadt ist die Erlöser-Kirche, welche 1903 als evangelisch-lutherisches Gotteshaus geweiht wurde und vorrangig von den 3.000 deutschstämmigen Bewohnern Tomaszóws und des näheren Umlandes genutzt wurde.

Tomaszów war bis zum Ersten Weltkrieg ein Teil Russisch-Polens. Nach der Wiedererrichtung eines polnischen Staates im Jahre 1919 wurde die Stadt Sitz eines Powiats in der Woiwodschaft Łódź.


Quellen